Use Case 1: Virtual Show Room

In Use Case 1 wird ein Remote Mixed Reality Show-Room für Medizintechnik- Produkte geschaffen. Ziel ist es, den Austausch über solche Produkte zwischen Anwenderinnen und Anwendern, also dem medizinischen Fachpersonal, und den Mitarbeitenden der Hersteller im Vertrieb zu verbessern.

Im Fokus stehen dabei Implantate zur Versorgung von Knochenbrüchen. Diese Nägel, Platten und Schrauben müssen dabei in ihrer dreidimensionalen Form und im Zusammenspiel mit dem betroffenen Knochen erfasst werden, um ihren Eigenschaften und Merkmale zu verstehen. Die Möglichkeit der persönlichen Vorstellung der Systeme vor Ort wird durch zeitliche Kapazitäten, Aufwände für Reisen sowie die umfangreichen Produktkataloge begrenzt. Neben dem klassischen Telefongespräch ergänzen auch Online-Kanäle wie Videokonferenzen den Kontakt zwischen Kunde und Anbieter.

Neue Formate zum virtuellen Austausch bieten dabei das Potenzial, im Vergleich zu herkömmlichen Videokonferenzen für die Teilnehmenden interaktiver und plastischer zu sein. Damit kann der Lernprozess und die Informationsaufnahme unterstützt werden.

Der Showroom, der im Use Case 1 vom Projekt ERTRAG als Demonstrator umgesetzt werden soll, basiert auf der Software-Plattform Possibl des Projektpartners World of VR. Um dem anvisierten Anwendungsszenario gerecht zu werden, soll der Showroom auf verschiedenen VR-Brillen zugänglich sein und über eine entsprechende Schnittstelle auch per PC, Smartphone oder Tablet nutzbar sein. Technisch kommt es auf eine einfache Einbindung und Darstellung von 3D Modellen der medizintechnischen Produkte, die Möglichkeit der Basis- Manipulation von 3D Modellen sowie die Ausgestaltung mit Produktinformationen und interaktiven Funktionen an.

Der Remote Mixed Reality Show-Room soll auf der einen Seite den Vertrieb von medizintechnischen Produkten vereinfachen, indem der virtuelle Austausch mit Kunden attraktiver gemacht wird. Die Vor-Ort-Präsenz von Vertriebsmitarbeitenden kann effektiver genutzt werden, wenn vor- und nachgelagert virtuelle Zusammentreffen stattfinden.

Auf der anderen Seite kann auch das medizinische Fachpersonal als Kunde profitieren. Die Einführungen neuer Produkte und damit verbundene Schulungen lassen sich virtuell besser unterstützen, die Verfügbarkeit von Produktexperten beim Hersteller ist im virtuellen in höherem Maß realisierbar. Nach einem iterativen Feedback- und Testing-Prozess und abschließenden Entwicklungen wird neben dem funktionsfähigen Demonstrator eine Entwicklungsroadmap, basierend auf den Erkenntnissen des Projekts, in Richtung zu einem vermarktbaren Produkt das Ergebnis für Use Case 1 abrunden.